Emilie Simon – Franky Knight

Nachdem das Vorgängeralbum komplett in englisch eingesungen wurde legt Emilie Simon mit ‚Franky Knight‘ den Schwerpunkt wieder auf ihre Muttersprache. Außerdem nahm sie einige Stücke des Albums eigens für den Soundtrack der Romantikkomödie La Délicatesse auf.

So wirken ‚Mon Chevalier‘ oder auch ‚Bel Amour‘ ohne die dazugehörigen Bilder auf mich eher schleppend und erzeugen ein Hintergrundrauschen ohne zu fesseln. Das dieses Album insgesamt sehr viel ruhiger als ‚The Big Machine‘ geht dabei völlig in Ordnung, die chillige Stimmung von ‚Walking With You‘ hat ihren Reiz, während ‚Jetaimejetaimejetaime‘, das schon fast klischeehaft nach französischem Chanson klingt, völlig in Ordnung geht. Es klingt einfach authentischer als das unsägliche ‚I Call It Love‘, ein Schmachtfetzen im 50er-Bluesrockgewand. Dieses wirkt aufgrund der eingesetzten Synthies und der dünnen Stimme Simons unfreiwillig komisch.
Da sind die synthetischen Bläser im eleganten ‚Something More‘ schon wesentlich eleganter eingesetzt. Das Stück wirkt wie ein Spaziergang im warmen Sommerregen.
‚Franky’s Princess‘ kommt schließlich als verkappter Dancetrack rüber und hätte vielleicht als Bonustrack oder Remix auf das Album gepasst, reißt aber als sechstes Stück die Grundstimmung unnötig auseinander.
Was bleibt ist ein zwiespältiger Eindruck, aus meiner Sicht ist ‚Franky Knight‘ nicht der große Wurf und aus nichtfranzösischer Sicht noch nicht einmal ein würdiger Nachfolger für ‚The Big Machine‘. Die Franzosen werden das Album aber lieben. Sieht man sich einmal die immense Anzahl der Retweets und Erwähnungen auf twitter an so tun sie dies bereits.
 

0 Gedanken zu „Emilie Simon – Franky Knight

  • 3. Januar 2012 um 20:44
    Permalink

    Ich tue mich mit Emelie Simon etwas schwer. Sie kommt fast zu fiepsig und etwas zu zuckersüß rüber. Das Album kann ich mir teilweise gut als Lounge-Musik am knisternden Kamin einer Altbauvilla vorstellen. Große Halle-große Boxen-Lautstärke hoch und dazu einen Irish Coffee. Mmh…. Mir gefällt das Ruhige an dem Album und die nette (aber noch sehr junge) Optik der Sängerin .-)

    Die französisch gesungenen Lieder klingen für mich authentischer als die englischsprachigen Songs. Das ist typisch französischer Stil wie ich ihn von Axelle Red, Rose oder die frühe Mylene Farmer kenne. Dann erinnert sie mich teilweise auch an die urfranzösischen Chansons à la Jaques Brel (Amsterdam!). Nur, dass Emilie Simon gegenüber den Ur-Franzosen der 60er/70er Jahre deutlich zaghafter ist.

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